Von der Kunst, Feedback zu geben

Die Arbeit an der Lernplattform ist selbst ein Lernprozess. Das wurde bei unserer letzten Videokonferenz am 06.08.20 deutlich. In einem guten Sinn. Zur Diskussion standen zum einen der Beitrag, der von den Kolleg:innen der Universität Wien erarbeitet wurde. Das Thema:„Klima und Ökonomie“. Zum anderen gaben die Projektpartner:innen ihr Feedback auf den Beitrag der estnischen Kollegin zu „Öffentliche Güter und Soziale Wohlfahrt“. Die Kommentare waren differenziert und sachbezogen. Dann kam das Gespräch auf die Frage, warum wir versuchen multiperspektivisch zu sein. Und was heißt das? Überfordert man die Leser:innen, wenn verschiedene Interpretationen zu einzelnen Themen – entsprechend der verschiedenen Denkrichtungen in den Wirtschaftswissenschaften – erwähnt werden? Es zeigte sich, dass die Partner:innen in verschiedenen Kulturen zu Hause sind, Wirtschaft zu denken. Das macht den Charme der Zusammenarbeit aus. Schöner wäre es natürlich, wir könnten zu einem physischen Austausch zusammenkommen und manche Frage intensiver besprechen. Doch wir bleiben am Ball, online.

Immer wieder: Videokonferenz

Engagierte in europäischen Projekten waren bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie mit Online-Treffen vertraut. Auch in diesem Projekt sind wir zu einer Zusammenarbeit durch virtuellen Austausch übergegangen, stellen aber auch fest, dass insbesondere die Arbeit an Inhalten und der Austausch von Methoden direkte Begegnungen erfordert. Bei unserem letzten Treffen diskutierten wir verschiedene Möglichkeiten, die Zusammenarbeit in der gegebenen Projektzeit sowohl digital als auch analog zu realisieren. Um unter Bürger/innen und Bürgern einen ‚europäischen Geist‘ und ein Denken über nationale Horizonte hinaus zu fördern, hängt auch von offenen Grenzen ab – für alle.

Bild: Fabio Mangione on Unsplash/Montage SB, weltgewandt e.V.

Wirtschaftliche Strategien der Krisenbewältigung

Anstelle eines fünftägigen Workshops in Tartu/Estland begann die Gruppe der Kolleg/innen aus sieben EU-Ländern mit einer Reihe von Videokonferenzen, um sich über die Beiträge für die Lernplattform auszutauschen, die gerade entwickelt wird. Das erste Meeting war der Diskussion von zwei Artikeln gewidmet. Der eine entstammt der Feder der spanischen Partnerinnen von der Organisation ITD -Innovación, Transferencia y Desarrollo „Wirtschaftliche Strategien zur Bewältigung der Krise: Sparmaßnahmen oder staatliche Investitionsprogramme?“. Der andere wurde von dem Kollegen der WSEI-Universität in Lublin/Polen verfasst: „Europa: Wettbewerb oder Kooperation“? Sehr „heiße Themen“, die sehr zur aktuellen Situation in Europa passen. Entsprechend anregend und fruchtbar war der Austausch.

Auftakt: Treffen in Prag

Die tschechische Partnerorganisation Aviteum lud Kolleginnen und Kollegen aus Wien/Österreich, Tartu/Estland, Dublin/Irland, Lublin/Polen, Barcelona/Spanien und Berlin zum ersten Projekttreffen vom 7. bis 9. November 2019 nach Prag ein. Gemeinsam planten wir die Gestaltung und den Inhalt der zu entwickelnden Lernplattform für sozioökonomisches Lernen. Insbesondere haben wir uns erneut intensiv mit den Zielgruppen und den Bedürfnissen der künftigen Nutzer/innen befasst. Wir diskutierten die Feinabstimmung der zu behandelnden Wirtschaftsthemen: Markt und Staat, Arbeit, Geld, Steuern, Schulden, Migration und globale Gerechtigkeit. Nun warten wir gespannt auf die ersten Texte aller Partner, um sie beim nächsten Treffen gemeinsam zu diskutieren.